Häufig gesuchte Themen: zurück ZUM MENÜ
130 Jahre SCHIMSCHA! Und noch immer Startup.
130 Jahre Firmenhistorie und ein Startup – das klingt im ersten Moment paradox.
Doch genau das beschreibt unsere Geschichte.
Seit unserer Gründung 1896 war unser Weg nie geradlinig. Er war geprägt von immer neuen Aufbrüchen – von Momenten, in denen wir neu denken, neu entscheiden und neu anfangen mussten. Nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei jedem unserer fünf Generationenwechsel. Und immer dann, wenn mutige Entscheidungen die Richtung verändert haben.
Unser Jubiläum ist für uns deshalb Anlass, zurückzublicken und gleichzeitig zu zeigen, was uns bis heute antreibt:
Johann Schimscha ist eines von zwölf Kindern. Da er handwerklich besonders begabt ist, macht er sich selbstständig und gründet 1896 im südmährischen Misslitz die Spenglerei Schimscha. Um den Lebensunterhalt für seine Frau, seinen Sohn und seine drei Töchter zu sichern, fertigt er unter anderem Milchkannen aus Edelstahl, Dachrinnen und Schornsteine.
Mit handwerklichem Können, viel Einsatz und dem Willen, etwas Eigenes aufzubauen, entsteht Schritt für Schritt der Grundstein für das heutige Unternehmen.
Als der Firmengründer Johannes Schimscha stirbt, übernimmt sein Sohn Otto Hals über Kopf den Betrieb – und denkt ihn komplett neu.
Als studierter Elektrotechniker entwickelt er gemeinsam mit fünf Mitarbeitern Produkte, die es so nicht an jeder Ecke gibt. Heute würden wir sagen: kundenspezifische Sonderlösungen. Bis zum zweiten Weltkrieg übersteht das Unternehmen selbst die Weltwirtschaftskrise.
Ein Startup-Moment zwischen Überlebenswillen und Weitblick.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Otto Schimscha aus seiner Heimat Südmähren (heutiges Tschechien) vertrieben. Im Viehwaggon kommt er mit seiner Familie nach Baden-Württemberg und wird nach der Erstaufnahmestelle und einer Zeit im Durchgangslager der Gemeinde Erlenbach zugewiesen.
In der Tschechoslowakei hatte er einen eigenen Betrieb. Hier steht er vor dem Nichts: keine Halle, keine Maschinen, keine Mitarbeitenden, kein Kapital – nur eine Werkzeugkiste, die er aus der alten Heimat mitnehmen konnte.
Trotz dieser Ausgangssituation beginnt er neu. Ohne Sicherheiten, mit vollem Risiko und dem klaren Ziel, die Existenz seiner Familie zu sichern. Er nutzt, was verfügbar ist, und fertigt, was gebraucht wird – beispielsweise Töpfe aus Flugzeugwrackteilen.
Ein Startup im radikalsten Sinne: aus dem Nichts, getragen von Mut, Verantwortung und dem Willen, neu zu beginnen.
Der unerwartete Tod von Otto Schimscha sen. markiert einen tiefen Einschnitt in der Unternehmensgeschichte. Mit gerade einmal 28 Jahren übernimmt Otto Schimscha jun. gemeinsam mit seiner Mutter die Führung. Während sie die Stabilität sichert, bringt er neue Ideen und eine klare Vision ein. Getrieben von seiner Begeisterung für technologischen Fortschritt beginnt er, gezielt in moderne Maschinen zu investieren.
Damit leitet er einen grundlegenden Wandel ein: weg vom klassischen Handwerksbetrieb, hin zu einem spezialisierten Industriebetrieb. Gleichzeitig entwickelt sich das Fundament des heutigen Kerngeschäfts – die industrielle Fertigung von Leergehäusen für die Elektro- und Maschinenbauindustrie.
Ein Startup-Moment durch Transformation: Bestehendes sichern und gleichzeitig konsequent neu denken.
Mit Thomas, Johannes und Michael Schimscha tritt in den 1980er Jahren die vierte Generation ins Unternehmen ein.
Gemeinsam entwickeln die drei Brüder Schimscha konsequent weiter und stellen wichtige Weichen für Wachstum, Spezialisierung und technologische Entwicklung. Aus dem klassischen Fertiger wird Schritt für Schritt ein Lösungsanbieter mit hoher Entwicklungskompetenz und modernem Maschinenpark.
Mit Technologien und Maschinen, von denen Firmengründer Johann Schimscha einst nur träumen konnte, wächst Schimscha zu einem modernen Industriebetrieb heran.
Über 50 Jahre lang bleibt der Name Schimscha bewusst im Hintergrund. Die Produkte werden erfolgreich über einen Vertriebspartner vermarktet, während Schimscha als Entwicklungs- und Produktionspartner agiert.
2021 beginnt ein neues Kapitel: Schimscha tritt erstmals konsequent unter eigenem Namen auf und baut eine eigene Marke auf. Neues Corporate Design. Neue Website. Aufbau einer eigenen Vertriebsorganisation. Und mit dem Imagefilm „Heavy Metal – Made in BaWü“ wird Schimscha erstmals auch als Marke sichtbar.
Mehr Sichtbarkeit. Mehr Eigenständigkeit. Mehr Zukunft.
130 Jahre nach der Gründung übernimmt die fünfte Generation Schritt für Schritt Verantwortung im Unternehmen. Katrin, Jan, Dominik und Lilli-Sophie Schimscha, die Kinder der beiden Geschäftsführer Johannes und Michael Schimscha führen die Geschichte des Familienunternehmens weiter – mit neuen Ideen, neuen Perspektiven und dem Blick nach vorne.
Gemeinsam stellt die Next Gen die Weichen für die Zukunft: von Digitalisierung und modernen Prozessen bis hin zu neuen Wegen in Vertrieb und Kommunikation.
Denn auch nach 130 Jahren gilt bei Schimscha: Wer rastet, der rostet.